Wallraff friert
und ich frage mich wozu. Einst begann er „ganz unten“ doch mittlerweile kommt es mir vor, als würde sich Herr Walraff immer mal wieder in ähnliche Gefilde begeben um seine Popularität zu stützen oder des schnöden Geldes wegen.
Neu ist das was nun wieder mal aus seiner Feder kam nicht.
Ähnlich, doch literarisch bedeutend wertvoller und spannender zu lesen begab sich bereits in den 19 30iger Jahre George Orwell in die Welt der Clochards und Trams: Down and Out in Paris and London (Erledigt in Paris und London). Ein Buch, dass ich hier allen ans Herz legen möchte, denn leider wird Orwell, so wie Ravel auf den Bollero, auf 1984 reduziert.
Für mehr Input und dem Artikel im Zeitmagazin: sei auf den Blog Substanz verwiesen.
Ich bin noch da
Ja, ich schreibe weiter.
Ich bastel nur gerade an meiner Selbständigkeit, soll heißen, neuer Homepage, neues Blog-outfit und und und…
Daher finde ich leider nicht so wahnsinnig viel Zeit.
Bitte seht es mir nach.
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Der „Junge“ mit der Mundharmonika
Habe gestern Michael Hirte interviewt.
Michael wer?
HIRTE! Der Mann, der die letze „Supertalentshow“ gewonnen hat. Der Straßenmusiker mit der Mundharmonika, der uns so schön zu Weihnachten aufgespielt hat.
Das Wimmern einer Mundharmonika ist nicht nur für Hundeohren oft eine Qual. Doch eine gut gespielte solche kann echt begeistern.
Michael Hirte ist jetzt mit einem Orchester und Freunden wie Kathy Kelly und Silvio d`Anza auf Tour und präsentiert so die acht Stücke seiner CD in einem konzertanten Rahmen. Er selber findet das super und hat großen Spaß daran.
Außerdem erscheint diesen Monat seine Geschichte auch als Buch.
Ja und da wären wir schon beim Wesentlichen.
Castingshow, CD, Tour, Buch.
Das ist ein gut nachvollziehbarer Weg der Vermarktung. So wie bei Paul Potts ist Hirtes Lebensgeschichte geschaffen emotional zu fesseln. Ein uraltes Erfolgsrezept: Vom Tellerwäscher durch enorme Schwierigkeiten zum Millionär, vom „Underdog“, Handyverkäufer zum Opernsänger, vom Straßenmusikanten zum Konzertmusiker.
Paul Potts verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt der Werbekampagne, die seinen Sieg für sich zu nutzen wußte. Seine sängerischen Qualitäten sind so besonders nicht. Ebenso ist es bei dem Mundharmonika-Mann. Seine langjährige Praxis auf dem Instrument läßt ihn zwar sicher damit umgehen, und all die so oft gespielten Liedchen gefühlvoll vortragen, aber virtuos ist sein Spiel nicht. Ich kann ihm sein Talent nicht absprechen, aber zum musikalischen Helden reicht es beiweitem nicht.
Wir werden ihn wieder aus den Augen verlieren, er wird seinen neuen Lebensabschnitt genießen und hat nun eine Basis die ihm helfen kann nicht wieder auf der Straße zu landen.
Ich wünsche ihm Glück.
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Gnade
Nun doch noch zum Thema Papst.
Die Aufhebung der Diziplinarmaßnahme, „Exkommunikation“ ist doch eigentlich ein „Gnadengeschenk“. Sie bedeutet dass die vorher Ausgeschlossenen wieder an den Sakramenten (Eucharistie, Beichte, usw.) teilnehmen können. Die Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der Gläubigen ist auch Wiederaufnahme in die Gemeinschaft der Sünder, denn was sind wir Menschen, alle Gläubigen anderes als Sünder.
Wieso aber wird die Dummheit eines Einzelnen, bzw. einer extremen Minderheit in den letzten Tagen höher gewertet als bei allen anderen Sündern?
Den Holocaust zu leugnen ist sicherlich eine riesengroße Dummheit und auch der Versuch sich mit dem Argument der schlechten Information rausreden zu wollen zeugt nicht von besonderer Klugheit.
Hier spricht aber eine suspendierte Person, ein Einzelner, nicht die Kirche, der Vatikan oder der Papst.
So gesehen ist die Aufregung in den Medien doch nur das Schmatzen bei einem gefundenen Fressen.
Es geht um Kircheneinheit und es geht auch darum, zu verhindern, dass die paar von Lefevre geweihten Bischöfe weitere Priester und Bischöfe außerhalb der Kirche weihen und eine abgespaltene Gruppe vergrößern.
Eine Beführwortung des Antisemitissmus oder gar einen Trend zurück ins Ultra-Konservative kann ich nicht erkennen.
Zum Verhältnis Juden – Christen sei allen das Buch von Roy Schoeman: „Salvation is from the Jews“ ins Deutsche übersetzt im St. Ulrich Verlag unter dem Titel: „Das Heil kommt von den Juden“ erschienen, ans Herz gelegt.
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Geteiltes Land
Nein, ich schreibe jetzt keine Ostallgie! Es geht viel mehr darum, dass es in Deutschland längst eine Art Staat im Staat gibt. In größeren Städten nennen sich Viertel mittlerweile „klein Istambul“ und ob groß oder klein, fast alle Gemeinden in Deutschland kennen das Problem nicht integrierbarer Bevölkerungsteile. Dass es sich dabei häufig, in erster Linie um Menschen aus der Türkei handelt ist auffallend.
Am Sonntag nun der Tatort voller Klischees und gestern am Montag auch noch eine Reportage zu dem Thema. Nun stellt sich die Frage, wie weit sollten sich Einwanderer in die Gesellschaft, die sie sich gesucht haben, einpassen. Nein, die eigene Identität, die oft aus Traditionen und Religion gespeißt wird, soll nicht verleugnet werden. Aber gewisse Verhaltensweisen wären doch sicherlich wünschenswert. So zum Beispiel das Erlernen der Landessprache. Ich kann nur schwer verstehen, warum jemand der über 30 Jahre in einem Land lebt und arbeitet, die Landessprache nicht fließend spricht.
Wir Deutschen sind da auch nicht viel besser. In verschiedensten Formaten werden im Fernsehen Menschen vorgeführt, die Deutschland verlassen. Sie träumen von einem guten, erfolgreichen Leben woanders, doch sehr häufig erlebt man, dass auch Deutsche ins Ausland ziehen ohne die entsprechende Sprache zu sprechen. Das ist dumm, ja manchmal sogar extrem arrogant.
Ich verstehe diese Menschen nicht. Ob sie nun Deutschland verlassen oder nach Deutschland ziehen. Es ist doch eine erste, ja die grundlegenste Voraussetzung, dass ich dort wo ich arbeiten, leben will mich auch artikulieren kann.
Sprachlos und fremd grenzen sich diese und jene von vorneherein aus.
Sie sollten sich dann aber weiter nicht wundern, oder?
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Na super!
Endlich! Klare Worte aus der Politik. Unsere Kanzlerin zeigt Rückgrat, auch auf die Gefahr hin einen neuen Investiturstreit auszulösen. Sie fordert klare Worte aus Rom.
Gut gemacht Mutti.
Was nicht ganz so toll ist:
In meinem Umfeld berichten mehr und mehr Freundinnen und Freunde, dass sie kurzarbeiten. Die Krise tröpfelt also nun doch langsam aber sicher immer tiefer in normale Welt. Die Folgen werden nicht lange auf sich warten lassen. Ja, die Autohäuser freuen sich über leicht angestiegene Nachfragen im Neuwagensegment auf Grund der staatlichen Verschrottungsprämie, aber eine wirkliche Rettung der Industrie ist das wohl kaum. Schon jetzt sinken allgemein die Preise von Neuwagen was eine geringere Gewinnspanne bedeutet.
Aber wir lieben doch alle Krisen, oder?
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So toll kann „mieses Karma“ sein
Jetzt will ich sterben
Das Romandebüt von David Safier weckt Todessehnsucht der besonderen Art
Wer hat sich nicht schon ein mal gefragt, was sein Hund denkt oder wie eine Ameise die Welt wahrnimmt? In „Mieses Karma“ erhält die Menschheit Antworten, die überraschen und herrlich amüsieren.
Der als Drehbuchautor mehrfach ausgezeichnete David Safier führt seine Leser mit viel Phantasie und Witz in den Zyklus der Wiedergeburten. Fernsehserien aus seiner Feder, wie „Mein Leben und ich“ oder „Berlin, Berlin“ wecken Erwartungen auf den Unterhaltungswert des Buches.
Der Plot ist skurril zu nennen, vielleicht sogar genial. Eine Fernsehjournalistin wird auf dem Höhepunkt ihrer Kariere von Satellitentrümmern erschlagen. So dem Dasein als Mensch entrissen muss sie feststellen, es ist nicht alles vorbei und sie war kein guter Mensch. Also findet sie sich am unteren Ende der Wiedergeburtenkette wieder. Getrieben von der Sehnsucht nach dem Menschsein und der eigenen Familie beginnt eine unterhaltsame Jagt nach gutem Karma.
Die Erfahrungen des Autors aus dem Bereich Sitcom werden bei den nie künstlich wirkenden, immer pointierenden Dialogen deutlich. Kein Teil des Buches lässt Schlussfolgerungen auf den Fortgang der Geschichte zu. Von Überraschung zu Überraschung gezogen, ständigen Angriffen auf die Lachmuskeln ausgesetzt wird das Buch zur kurzweiligen Lektüre. Zu letzt bleibt nur der Wunsch nach mehr. Und die Erkenntnis, das Leben ist lebenswert, besonders wenn man bedenkt was nach dem Sterben noch alles kommen könnte.
Erschienen bei Kindler 2007
ISBN: 3463405083
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